Verfasst von: el Señor | 27. Dezember 2009

Hola Alemania…

4. Tag zurück in der Heimat

Hola amigos! Wenn ihr das hier lest, könnt ihr euch sicher sein, dass ich wieder zurück in Deutschland bin. Denn diesen Artikel habe ich auf meinem deutschen Sessel getippt.

Ich weiß ja, dass ihr alle schön brav meinen Blog verfolgt habt und möchte deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keinen richtigen Rückblick zelebrieren. Den würde ich dann nämlich ganz gerne wie bei meinem Sansibarblog auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und mit etwas mehr Abstand betrachten. Ihr dürft also schon gespannt sein.

Auf eines würde ich euch aber noch gerne hinweisen: Mein Flickr Fotoalbum ist nun um drei weitere Fotos ergänzt, damit auf dem aktuellsten Stand und umfasst somit 197 Fotos. Diese sind jetzt so angeordnet, dass ihr mein kleines Abenteuer von Beginn an wie eine Art Bildergeschichte verfolgen könnt. Im Moment bin ich auch dabei, meine Fotos zu den anderen Trips über Flickr zu veröffentlichen. Ich halte euch da auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Nach insgesamt 133 Tagen oder 4,5 Monaten in Perú, etlichen Stunden in Bussen, Schiffen, Flugzeugen und zu Fuß, 2.063 Fotos und Videos, 1.000en wunderlichen Essenskreationen, vielen neuen Bekanntschaften und Freundschaften, noch mehr Erfahrungen, unzähligen versteckten Abenteuern und einer der geilsten Zeiten meines Lebens möchte ich den Blog hiermit für eine längere Zeit auf Eis legen und mich bei euch für eure Treue bedanken. Ich hoffe natürlich, es hat euch wenigstens ein bisschen Spaß gemacht, alles zu verfolgen. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja den ein oder anderen von euch dazu bewegen können, dieses wunderbare Land selbst einmal zu besuchen.

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 24. Dezember 2009

Die letzten Tage…

20. Woche – noch 0 Tage

Hola zusammen. Wenn ihr das hier zu Gesicht bekommt, sitze ich entweder noch im Flugzeug oder bin vielleicht sogar schon wieder wohlbehalten auf deutschem Boden gelandet. Dieser Artikel soll von meinen letzten Tagen in Perú berichten; von all den Dingen, die ich nach meinem kleinen Ausflug in den Dschungel und nach Máncora noch so alles erlebt habe. Also Leute, genießt meine letzte Tage!

Wir sind ja bereits am Samstag wieder aus Máncora zurückgekommen. Völlig erschöpft und gebeutelt von der langen Busfahrt haben wir uns den Samstag Abend deshalb einfach mal frei genommen und nichts unternommen. Am Sonntag wollen wir eigentlich einen Punkt der LISTE abarbeiten. Da steht nämlich unter anderem Cuy oder zu deutsch Meerschweinchen essen drauf. Leider hat das Restaurant wider erwartend früher geschlossen oder so bleibt uns der Geschmack eines Haustieres wohl zunächst einmal erspart. Schließlich machen wir uns voller Frust auf den Weg in den Park mit den Wasserspielen und Springbrunnen, etc. Klar, da waren wir ja schonmal vor gar nicht so langer Zeit. Aber dieses Mal ist der Grund ein anderer. Mitten im Park hat Coca Cola nämlich einen 31 Meter hohen Weihnachtsbaum mit über 17.ooo Lichtern aufgestellt. Und da nach all dem Strand und der Schwitzerei in den letzten Tagen bislang noch nicht so wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen ist, haben wir die Gelegenheit einfach mal beim Schopfe gepackt. Man beachte mein durchaus weihnachtliches Outfit.

Auf dem Rückweg passiert dann aber leider etwas weniger erfreuliches: Jennifer wird Opfer eines Handtaschendiebstahls und somit ist nun zum ersten Mal auch einer von uns ausgeraubt worden. Aber wie primitiv das ganze war. Wir spazieren gemütlich, auf einmal kommt aus dem nichts von hinten ein Typ, reißt den Riemen der Handtasche ab und rennt, was das Zeug hält. Ich sprinte ihm noch hinterher, aber durch den Schock hat er schon einen Vorsprung und nach zwei Blocks liegt er schließlich uneinholbar vorne. Naja, jedenfalls war nur ein bisschen Bares und eine Kreditkarte in der Tasche, die wir auch sogleich gesperrt haben. Krasse Erfahrung, sage ich euch!

Der Montag ist dann Tag des Abschiedsnehmens, denn Jennifer macht sich am Abend nach exakt fünf Monaten auf die Heimreise. Und das wollen wir auch gebührend feiern. Mit einem amerikanisch/bayerischen Frühstück am Abend legen wir unsere Abschiede zusammen und bedanken uns damit bei der ganzen Familie für die letzten Monate. Auf der Speisekarte stehen neben O-Saft, Pancakes und Bacon übrigens auch Weißwürste, Senf und Bretzeln. Nachdem sich alle die Bäuche mit diesen köstlichen Leckereien vollgeschlagen haben, geht es dann über zum traurigen Part des Abends. Denn schließlich nimmt sich jeder ein Herz und widmet uns ein paar Minuten mit netten Worten und Rückblicken der vergangenen Wochen in Perú. Das ganze wird dann aber noch am Flughafen getoppt, als ich mich nach vier Monaten von Jennifer verabschieden muss. Hart!

Am Dienstag spielt sich dann übrigens nichts besonderes mehr ab. Nach ein paar letzten Erledigungen und erneuten Abschiedsumarmungen gehe ich schließlich schlafen um mich am nächsten Morgen in aller Früh auf zum Flughafen zu machen und meine lang ersehnte Heimreise anzutreten.

Hiermit beschließe ich den letzten Artikel, der auf peruanischem Boden verfasst wurde und wünsche euch und euren Familien frohe Weihnachten und ganz viel Schnee!

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 23. Dezember 2009

Die letzte Reise – Streich cuatro…

20. Woche – noch 1 Tage

Der Rückweg nach Iquitos führt uns übrigens nochmal über eine kleine Zuchtanlage für Kaimane und Paiche.

Reiserei

Angekommen in Iquitos werden wir ins gemütliche Hotel einer Freundin von Arci gebracht, wo wir die kommende Nacht vebringen. Am nächsten Morgen geht es dann auch schon wieder in aller Früh ab zum Flughafen. Peruvian Airlines fliegt uns in gerade einmal 1,5 Stunden von Iquitos zurück nach Lima; und das ganze mit einem leckeren Frühstück und einem letzten Blick auf den gewaltigen Amazonas von ganz weit oben.

Angekommen in Lima reservieren schnell den Bus Richtung Máncora, ehe wir uns die Zwischenzeit mit Essen, Einkaufen und im Internetcafé vertreiben. Flores bringt uns mal wieder unbeschadet an unser Ziel im Norden Perus. Nach etwa 18 Stunden Fahrzeit erreichen wir am frühen Morgen die Strände Máncoras.

Sonnenbrand und Pferde

Nach einem kleinen Frühstück ist das Hotel für die nächsten zwei Nächte auch gleich gefunden: familiär, gemütlich und vor allem mit Meerblick. Dann geht’s aber auch sofort zum Strand, um sich gleich mal den ersten Sonnenbrand abzuholen. Bei gefühlten 40°C und einer frischen Meeresbrise gönnen wir uns nach all den Strapazen nun endlich die verdiente Siesta. In meinem Fall fällt der Sonnenbrand sogar ungewöhnlich gering aus, was auch daran liegen mag, dass ich diese Mal Sonnencreme benutzt habe. Der Strand in Máncora soll übrigens der schönste in ganz Perú sein und gilt wegen seiner hohen Wellen auch gleichzeitig als DAS Surferparadis. An die Strände in Sansibar kommt er aber auf keien Fall heran.

Die kommenden Stunden verbringen wir dann mal wieder mit Essen, Souvenirmärkten, Siestas und Schlafen. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie bin ich wohl kein Strandtyp. Jedenfalls wird mir hier immer relativ schnell langweilig. Aus diesem Grund wollen wir für den kommenden Tag auch einen Ausflug buchen. Da alle Touren aber ziemlich teuer bzw. für uns eher uninteressant sind, entschließen wir uns spontan, Pferde zu mieten.

Mit den Pferden heizen wir also eine gute Stunde den Strand entlang. Da es für mich aber das erste Mal überhaupt auf einem Pferd ist, ist das Heizen in Wirklichkeit eher ein schnelleres Traben, das aber völlig ausreicht, um mir ein fettes Grinsen zwischen die Backen zu zaubern.

Der letzte Tag hat dann in etwa folgende Höhepunkte: Schwimmen im Pazifik, schwule Hunde am Strand und einen Meeresfrüchteplatte, die die ein oder andere Überraschung parat hat.

Schließlich gönnen wir uns nach drei eher langweiligen, dafür aber durchaus entspannenden Tagen, für die Rückfahrt den Luxus von Busbetten.

Zusammenfassung

Nach insgesamt sechs Tagen in den verschiedensten Verkehrsmitteln und acht in den unterschiedlichsten Regionen Perus schließe ich hiermit den Bericht über meine letzte Reise in diesem wundervollen Land. Es war ein genialer Trip, der ganz nah an die Machu Picchu Tour herankommt, aber doch so ganz anders ist. Wenn ihr die Zeit und das Geld habt, dann erkundschaftet den peruanischen Dschungel, am Besten zusammen mit Arci!

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 22. Dezember 2009

Die letzte Reise – Streich tres…

20. Woche – noch 2 Tage

Schließlich brechen wir mit einem anderen Guide bereits heute auf und werden statt Camping die erste Nacht in einer näher gelegenen Lodge verbringen, um dann am kommenden Morgen die Gruppe zu vereinigen…

Die Nacht in der Lodge ist dann aber auch alles andere als unbquem. Kein Strom, leckeres Essen vom Buffet, Geschichten bei Kerzenschein und ein paar Hunde, die einem helfen, sich die Zeit zu vertreiben.

Día uno

Am nächsten Morgen treffen dann aber auch wie vereinbart Acri, unser Guide, mit Fiorella, einer Peruanerin, die in Bologna/Italien studiert, und ihrem italienischen Verlobten, Marco, der mit ihr studiert. Die beiden haben etwa unser Alter und bevorzugen die gleiche Art zu reisen. Von daher verspricht das jetzt schon, sehr lustig zu werden. Alle zusammen schwingen wir uns also ins Boot, um uns auf den Weg zum Basiscamp zu machen. An der ersten Anlegestelle gibt’s dann auch gleich die erste dicke Überraschung: ein Faultier! Und was damit machen kann, schaut ihr euch am Besten bei Flickr an.

Über den Rio Negro (schwarzer Fluss) geht’s dann noch ein Stückchen weiter in den Dschungel, bis wir schließlich an einer kleinen Anlegestelle ankommen. Hier warten eine Großfamilie in drei kleinere Holzhäuser ohne Fenster und zahlreiche Schweine, Hühner, Enten, Katzen, etc. auf uns. Da es in letzter Zeit ziemlich viel geregnet hat und wahrscheinlich auch in den kommenden Tagen immer mal wieder regnen wird, verzichten wir mal lieber aufs Campen und machen es uns lieber auf Matratzen unter Moskitonetzen gemütlich.

Noch vor dem Mittagessen machen wir uns dann ab auf die erste kleine Wanderung in den Dschungel. Bewaffnet mit einer Machete zerstückelt uns Arci den Weg. Unterwegs lernen wir viel über die Pflanzenwelt bzw. deren medizinische Anwendung, lauschen verschiedenen Tieren, ernähren uns von Larven, trinken Wasser aus Ästen und schlurfen durch kleine Bachläufe. So kann es bitte nur weiter gehen.

Nach dem Mittag geht es dann auch gleich ab zur nächsten Wanderung. Das Boot bringt uns zu einer etwa 30 Minuten entfernten Anlegestelle, von der aus wir uns den Weg von Liane zu Liane vorbei an Riesenbäumen, bis hin zu einer Lagune schlagen. Bei mittlerweile Sonnenuntergang in einem kleinen Bootchen auf einem stillen See erzählt uns Arci einige Geschichten über Anacondas, Boas, Rituale usw. Der Rückweg stellt dann allerdings eine kleine Herausforderung dar: Die Sonne ist bereits untergegangen und es beginnt ein starker Regenfall. Also Ponchos an, Gummistiefel haben wir ja eh schon an und Taschenlampen auf den Weg gerichtet. Vorbei an Schlangen und Spinnen, über rutschige Baumstämme, die uns den Weg über Bachläufe ebnen führt uns Arci die etwa 1,5 Stunden durch den schwarzen Dschungel. Immer wenn man sich umdreht, nichts als eine schwarze Wand mit allerlei Geräuschen. Völlig durchnässt erreichen wir schließlich wieder das Boot und schippern durch eine sternenklare Nacht zurück zum Camp.

Día dos

Der zweite Tag verläuft dann eher ruhig. Nach einem späten Frühstück machen wir uns auf den Weg, das Mittagessen zu angeln. Mit selbstgebastelten Angeln ausgestattet versuchen wir zunächst einige kleinere Fische mit Hühnchenfetzen zu ködern. Dies gelingt auch relativ gut bis dann auch endlich die ersten Piranhas anbeißen. Ich habe doch tatsächlich den größten erwischt, aber seht euch doch bitte selbst den Fotobeweis an. Piranhas sind hier übrigens völlig ungefährlich. Starke Bewegungen im Wasser verscheuchen sie eher, als dass sie den Hunger in ihnen wecken.

Und das ist dann schließlich auch der Grund, warum wir den Nachmittag damit verbringen, uns im Fluss vor unserem Camp zu baden. Hin und wieder knabbert schon mal ein Fisch an deinem Zeh oder deinen Nippeln, aber wirklich schmerzhaft ist das nicht. Jedenfalls haben wir mit all den kleinen Kanus, schwimmenden Inseln und der ersten Seife nach all der Schwitzerei viel Spaß.

Am Abend besuchen wir dann noch ein Localvolk weiter flussaufwärts. Hier findet gerade ein Fußballturnier zwischen verschiedenen Flussdörfern statt. Wir vertreiben uns aber die Zeit mit Volleyball und schlürfen die ein oder andere Cocosnuss leer.

Día tres

Der dritte und gleichzeitig letzte Tag ist dann aber DER Tag. Relativ früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zu einem Tierreservat. Hier werden kranke Tiere oder Tiere, die ihre Eltern verloren haben wieder aufgepeppelt, um dann erneut in die Wildnis entlassen zu werden. Nach einem halbstündigen Marsch vorbei an den kleinsten Affen der Welt und mit Termiten, die dir über die Hand laufen und gleichzeitig als natürlicher Moskitoschutz dienen, kommen wir schließlich im kleinen Reservat an. Gleich stürmt auch schon der erste Affe auf Arci zu und beklettert ihn wie einen Baum im Dschungel. Insgesamt warten ca. 20 verschiede Affen, Ameisenbären, Faultiere, Papageien, Anacondas, Kaimane und Hunde auf unsere Ankunft. Was man damit so alles anstellen kann, schaut ihr euch aber am Besten auf Flickr an.

Im Anschluss geht’s dann auch gleich weiter im Boot raus auf den Amazonas. Hier müssen wir auch nur wenige Minuten warten, ehe etwa fünf bis zehn Meter entfernt die ersten Delfine auf- und wieder abtauchen. Bei den meisten der etwa 20 Delfine, die wir zu Gesicht bekommen, handelt es sich um rosafarbene. Diese kommen nur in diesem Teil des Amazonas vor und sind gleichzeitig die größten Delfine der Welt. Sie springen zwar nicht, kommen aber immer mal wieder an die Oberfläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Zum Abschluss baden wir uns dann nochmal, dieses Mal aber im echten Amazonas; wie geil ist das denn?!

Nach dem Mittagessen heißt es dann aber wieder mal Abschiednehmen von drei richtig guten Freunden, die noch einen weiteren Tag in der Selva herumspazieren werden. Vielen Dank an Arci, der diese Tour in ein unvergessliches Erlebnis verwandelt hat und an Fiore und Marco, die dem ganzen Pepp verliehen haben!

Der Rückweg nach Iquitos führt uns übrigens nochmal über eine kleine Zuchtanlage für Kaimane und Paiche.

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 21. Dezember 2009

Die letzte Reise – Streich dos…

20. Woche – noch 3 Tage

In Tarapoto müssen wir dann zwar nochmal eine gute Stunde auf den Anschlussbus warten, aber bei bis dahin 36 Stunden ist dir das auch ziemlich egal…

In Hängematten den Amazonas entlang

Am frühen Morgen kommen wir dann also endlich in Yurimaguas an, wo wir sogleich ein Mototaxi zum Hafen nehmen. Doch hier gibt’s auch sofort die nächste Überraschung: Die Fähre, die uns eigentlich gegen Abend nach Iquitos schippern soll, legt erst am kommenden Nachmittag ab. Naja, was soll’s sagen wir uns und machen uns auf die Suche nach einem geeigneten Hotel. Mit Hilfe unseres Fahrers, Marcelo, ist das auch gleich gefunden. Nach einem reichhaltigen Frühstück, einer Besichtigung des Stadtplatzes, zwei Sessions im Internetcafé, einem leckeren Mittag-/Abendessen und mehreren Spaziergängen am Fluss entlang sind wir schließlich müde und vom heißen Tag gebeutelt.

Yurimaguas ist ziemlich klein und es gibt daher auch nicht wirklich viel zu sehen. Deshalb machen wir uns am nächsten Morgen auch ziemlich früh auf den Weg zur Fähre, um uns einen guten Platz für unsere Hängematten zu sichern. Die hatten wir neben Essbesteck und reichlich Wasser bereits am Vortag ersteigert. Der gute Platz ist ziemlich schnell gefunden und mit der Hilfe von Marcelo sind die Hägematten im obersten Stockwerk auch leicht befestigt. Neben zwei Decks für Hängematten, einem Bereich mit Kabinen und einer Küche bietet die Eduardo III auch Platz für Kühe, Motorräder, Lebensmittel und Bier. Da Iquitos wie bereits erwähnt die größte Stadt der Welt ist, die nicht über die Straße erreichbar ist, wird hier eben alles verschippert. So langsam füllt sich die Fähre auch und schnell wird klar, dass wir auf diesem Trip nicht die einzigen Gringos sind. Die schlappen 12,50€ für den zwei-tages Trip inklusive Essen, hat noch so manch anderen Sparfuchs bzw. Abenteurer an Bord gelockt.

Natürlich legen wir auch heute nicht pünktlich ab, dafür aber immerhin am gleichen Tag. Während der Fahrt passiert dann aber nichts spektakuläres. Hier und da sieht man delfinähnliche Wesen, die delfinähnliche Bewegungen im Wasser zelebrieren. Wie sich später per Videobeweis aufklärt, sind das in Wirklichkeit Delfine, einer davon sogar rosa. Unser Guide in Iquitos meint sogar, wir könnten uns glücklich schätzen, so viele auf einmal gesehen zu haben. Neben Delfinen gibt es aber auch eine herrliche Aussicht. Wir schippern übrigens noch nicht auf dem Amazonas. Das habe ich im Titel nur so angegeben, weil es einfach cooler klingt. Es handelt sich nur um einen ‘kleinen’ Zubringer. Neben dem Betrachten bzw. Bewundern von verschiedenen kleinen Dörfern entlang des Flusses, verbringt man ziemlich viel Zeit mit Gammeln in der Hängematte, Karten spielen oder Frühstück, Mittag und Abendessen. Während dich die Hitze in Yurimaguas noch fast erstickt hätte, herrscht während der Fahrt eher eine frische Brise bei Sonnenschein und teilweise auch Regenschauern. Die erste Nacht in der Matte ist zwar ziemlich frisch, aber dennoch bequem. Das ändert sich aber relativ bald am zweiten Tag.

Nach eben zwei Tagen kommen wir schließlich in aller Früh in Nauta an und da fast alle die Fähre hier verlassen, steigen auch wir aus und finden den Weg zum Bus nach Iquitos mit Hilfe eines Mototaxis. Die knapp drei-stündige Fahrt im Minibus erspart uns schließlich gute 10 Stunden gegenüber der Fähre. Angekommen in Iquitos erwartet uns auch schon Arci, unser Guide für die kommenden Tage. Nachdem wir alles Geschäftliche geklärt haben, führt er uns ein bisschen in der Stadt herum, die neben knall heißem Wetter allerhand zu bieten hat. Aber warum schaut ihr euch nicht einfach die Fotos bei Flickr an.

Nach dem kleinen Vorfall auf der Busfahrt nach Yurimaguas und der Aussage der Polizei haben wir uns übrigens einstimmig dazu entschieden, zurück nach Lima zu fliegen. Und wir haben sogar Glück. Denn diese Woche hat mit Peruvian Airlines eine relativ neue Airline die Strecke Iquitos-Lima ins Programm aufgenommen. Und um die Leute darauf aufmerksam zu machen, bieten sie einen sehr fairen Preis an, den wir auch gleich abstauben. Obendrauf gibt’s übrigens noch ein Wellcomeshirt. Ich bin begeistert!

Als wir wie vereinbart gegen Nachmittag wieder im Büro ankommen, um unsere Tour zu starten, gibt es leider die erste kleine Änderung. Denn der Flieger des Pärchens, dass die kommenden Tage mit uns verbringen soll, hat Verspätung. Wen wundert’s? Mich jedenfalls nicht. Schließlich brechen wir mit einem anderen Guide bereits heute auf und werden statt Camping die erste Nacht in einer näher gelegenen Lodge verbringen, um dann am kommenden Morgen die Gruppe zu vereinigen…

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 20. Dezember 2009

Die letzte Reise – Streich uno…

19. Woche – noch 4 Tage

Hola zusammen! Nein, dies ist kein Bericht aus entfernten Vergangenheiten. Dieser Artikel ist quasi live. Nach insgesamt 14 anstrengenden aber durchaus erfolgreichen Tagen on the road bin ich also wieder zurück in meinem Revier, zurück in Lima. Die letzten fünf Tage auf der Südhalbkugel werde ich natürlich mit verschiedenen Dingen und Abschieden verbringen. Gleichzeitig werde ich die Tage aber auch nutzen, um euch über den letzten Trip aufzuklären. Und anfangen würde ich damit gerne heute. Also viel Spaß beim Lesen!

Ich hoffe, ihr habt alle aufmerksam den Plan verfolgt. Denn die ersten Teile sind wirklich wichtig. Den Rest könnt ihr vergessen, da wir natürlich nicht alles wie geplant umsetzen konnten. Aber wer will das denn auch schon?! Dazu aber in den kommenden Tagen mehr. Nebenbei könnt ihr natürlich wie immer meine Fotostrecke auf Flickr verfolgen.

Der Überfall

Die Reise beginnt an einem wunderschönen Sonntag Abend. Ejetur sollte uns eigentlich im Bus bis nach Yurimaguas bringen und das ganze in schlappen 32 Stunden. Das daraus nichts werden würde, war uns ja schon im Voraus klar und deshalb nehmen wir ihnen auch die Stunde Verspätung bei der Abfahrt nicht krumm. Das am Ende aber knapp 40 Stunden Fahrtzeit auf der Uhr stehen, hätten wir uns in unseren lustigsten Träumen nicht ausmalen können. Wie es dazu kam? Verfahren, ziemlich lange Essenspausen, wegen Bauarbeiten zeitweise geschlossene Straßen und zu guter letzt ein Überfall.

Jap, richtig gehört, ein Überfall. Mitten in der Nacht auf einer Straße im Dschungel hält der Bus plötzlich an. An sich nichts ungewöhnliches bei den vielen Mautstellen unterwegs. Als dann aber das Licht ausgeschaltet wird, die Fahrer aussteigen müssen und mit lautem Geschrei dazu aufgefordert werden, sich auf den Boden zu legen, beginnt der ein oder andere schon einmal sich zu wundern und unruhig zu werden. Schließlich bricht ein kleines bisschen Panik aus und alle beginnen, ihr Geld und ihre Handies unter bzw. in den Sitzen oder in den Lüftungsschlitzen zu verstecken. Da sie meinen, dass uns die Banditen alles nehmen werden, beginnen auch wir, unsere Wertsachen zu verbunkern. Spätestens beim Anblick der Pistolen wird nun aber auch uns klar, dass das hier ziemlich ernst werden könnte. Schließlich steigt einer der Räuber in den Bus ein und schreit uns an, wir sollen ihn nicht anschauen. Mit langsamen Schritten nähert er sich dem vorderen Teil des Busses, in dem wir sitzen. Er brüllt, dass nun alle Männer aussteigen sollen. Kurz vor meinem Sitz macht er Halt, weil sich ein junger Mann schräg gegenüber von mir umgedreht hatte. Mit seiner Knarre knapp vor meinem Kopf rumfuchtelnd brüllt er: ‘Was schaust du mir ins Gesicht, hijo de la puta!’ Er wird aufgefordert, auf der Stelle seine Taschen zu leeren. ‘Was, mehr als 10 Soles (2,50€) hast du nicht?! Wo ist dein Handy?’ Er wird gezwungen auszusteigen. Plötzlich Schüsse aus dem Wald. ‘Vamos, vamos, vamos!’ und die Bandidos verlassen fluchtartig den Bus. Immer mehr Schüsse ertönen in der dunklen Nacht, jedoch auch immer weiter entfernt.

Nach einigen ungewissen Minuten geht schließlich wieder das Licht an und ein kleines Aufatmen geht durch den Bus, zumindest durch den halben. Denn als wir uns umdrehen, stellen wir fest, dass der komplette hintere Teil ab Beginn der Tür ausgestiegen war; Männer, Frauen, Kinder und Babies mussten all ihr Geld abdrücken. Passiert ist aber zum Glück niemandem etwas. Doch als die Autos ihre Lichter wieder einschalten, wird das Ausmaß der Straßenblockade schnell ersichtlich: 6 Reisebusse, mehrere Autos, Taxen und LKWs hatten etwa 10-15 bewaffnete und maskierte Männer überfallen. Auf die Frage, woher die Schüsse denn kamen, meinten die meisten, dass sich die Bandidos intern beschossen hätten, um nicht teilen zu müssen. Daraufhin meint jemand: ‘Schon ein bisschen dumm, diese Bandidos’ und schließlich beginnt der ganze Bus zu lachen; ’schon ein bisschen verrückt, diese Latinos’ meine ich daraufhin leise. Die Polizei meint zu dem Vorfall übrigens nur, dass das vor Weihnachten ‘normal’ sei, da dann keiner kein Geld habe. Uns haben sie jedenfalls nichts genommen, aber das war in dem Moment auch ehrlich gesagt das letzte, das mir durch den Kopf ging. Ich bin auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher und ihr um eine nette Geschichte.

Die Weiterfahrt verläuft dann übrigens wieder ziemlich ruhig. In Tarapoto müssen wir dann zwar nochmal eine gute Stunde auf den Anschlussbus warten, aber bei bis dahin 36 Stunden ist dir das auch ziemlich egal…

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 18. Dezember 2009

Der Plan – Streich seis…

19. Woche – noch 6 Tage

Hola, wenn ihr diesen Artikel lest, dann ist unser Vorsprung bereits auf einen Tag geschmolzen. Wahrscheinlicher ist aber sogar, dass wir genau in diesem Moment das erleben, was ihr in den letzten Zeilen dieses Berichts nachlesen könnt.

Nach einem wahrscheinlich ziemlich anstrengenden Stück im Bus nach Tumbes haben wir uns nun aber den Strand redlich verdient. Ich will euch im kalten Deutschland ja wirklich nicht übermäßig neidisch machen, aber wer kann schon von sich behaupten, dass er kurz vor Weihnachten mal eben im Pazifik baden geht?!…Ich!

Vielmehr werden wir in Tumbes beziehungsweise Mancora dann aber auch nicht mehr unternehmen. Wenn alles gut lief und der Plan zu etwa 100% aufging, dann bleiben uns zwei ruhige Tage mit viel Sonne und Strand, die wir auch nur zu gerne genießen werden. Aber das haben wir uns nach diesem anstrengenden Semester ja auch durchaus verdient.

Nach eben diesen zwei Tagen werden wir uns dann ein letztes Mal in einen peruanischen Bus zwängen. Schlanke 18 Stunden später hat uns dann Lima auch endlich wieder zurück. Wenn ihr das hier lest, sitzen wir wahrscheinlich gerade in eben diesem Bus.

So Leute, das war’s vom Plan. Was dann im Endeffekt wirklich aus dem Plan geworden ist, inwieweit wir ihn realisieren konnten, was wir erlebt haben und all die Sachen und Fotos, die von Bedeutung sind, gibt’s dann in den kommenden Tagen.

Insofern, bis die Tage und schöne Grüße aus dem Bus!

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 16. Dezember 2009

Der Plan – Streich cinco…

19. Woche – noch 8 Tage

Hola, wenn ihr diesen Artikel lest, dürft unser Vorsprung wohl immer noch knappe 2 Tage betragen. Alles, worüber ich hier jetzt also berichten werde, hat sich in Wirklichkeit schon vor zwei Tagen abgespielt; wenn denn alles nach Plan verlaufen ist.

Okay, die grandiose Tour in Iquitos haben wir also erfolgreich hinter uns gebracht. Jetzt gilt es also leider wieder Arci, unserem Guide, und der Selva ‘Lebewohl’ zu sagen und sich auf den Rückweg zu machen. Dieser führt wieder mit dem Auto nach Nauta, von wo aus wir dann das Boot zurück nach Yurimaguas nehmen. Die Rückfahrt wird mit zwei Tagen und zwei Nächten wohl einen Tag länger als die Hinfahrt dauern, was daran liegt, dass wir dieses Mal gegen den Strom schippern.

Angekommen in Yurimaguas werden wir aber nicht gleich den endgültigen Rückweg nach Lima antreten. Oh nein, falsch gedacht! Was wäre das denn bitte für ein Trip, der nach einer Station schon vorbei ist?! In Yurimaguas werden wir nicht lange zetteln und den nächstbesten Bus in Richtung Nordwesten nehmen. Wer die Karte aufmerksam gelesen hat, weiß ja, dass sich in dieser Richtung nicht nur Ecuador sondern auch die peruanische Pazifikküste befindet. Unser genaues Ziel ist übrigens Tumbes, das zusammen mit Mancora die schönsten Strände Perus bietet; ein wahres Surferparadies, sagt man sich.

Was wir da genau vorhaben zu tun, kann man sich ja eigentlich bereits denken. Ich werde es euch dann aber trotzdem nochmal im nächsten Bericht in den kommenden Tagen schildern.

Insofern, bis die Tage und schöne Grüße aus Tumbes!

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 14. Dezember 2009

Der Plan – Streich cuatro…

19. Woche – noch 10 Tage

Hola, wenn ihr diesen Artikel lest, hat sich unser Vorsprung schon wieder auf etwa 2 Tage verkürtzt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Aufholjagd! Wer weiß, vielleicht überholt ihr uns ja sogar noch.

So, wir sind mittlerweile also in Iquitos, unserem eigentlichen Ziel in der peruanischen Selva (spanisch für Regendwald / Dschungel) angekommen. Wie viele Tage wir uns hier aufhalten werden, wissen wir ehrlich gesagt noch nicht so wirklich. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab; zum Beispiel vom Preis, den uns Arci, unser Guide unterbreitet. Denn darüber wollte er bislang noch nicht sprechen. Eine weitere wichtige Rolle wird auch die Zeit spielen. Denn wie ihr oben rechts lesen könnt, bleiben mir weniger als zwei Wochen auf der Südhalbkugel und ich will ja auch nicht unbedingt auf den letzten Drücker wieder in Lima ankommen. Last but not least wären da ja auch noch andere Orte, die auf unserer Liste stehen und die wir daher gerne vor unserer Rückkehr in Perus Hauptstadt besuchen würden.

Aber nun mal zu den Dingen, die wir hier in Iquitos unbedingt noch erleben wollen. Da wären zum einen rosafarbene Delfine, die es auf der ganzen Welt nur in diesem Teil des Amazonas gibt. Des Weiteren wären da diese verdammt großen Bäume, die man beklettern kann und von deren Spitze aus man einen sagenhaften Ausblick haben kann. Und nicht zu vergessen Lianen; ich denke jedes Kind kann sich ausdenken, was für coole Sachen man damit anstellen kann. Alles in allem halt einfach der Dschungel. Ich meine, wann kommt man als Deutscher schon mal in den Dschungel?! Iquitos selbst wird uns übrigens nur als Ausgangspunkt für mehrere dieser kleinen Touren oder eben einen größeren Roundtrip dienen.

Das ganze wird also wohl auf einen dreitägen Trip mit unserem Guide, Arci, hinauslaufen. Entschieden haben wir uns übrigens für die Lowbudget Variante mit Campen zwischen wilden Tieren. Man darf gespannt sein, wie sich die ganze Geschichte hier entwickelt. Auch darf man darauf gespannt sein, wohin die Reise im Anschluss geht. Aber dazu gibt’s dann mehr in den kommenden Tagen.

Insofern, bis die Tage und immer noch schöne Grüße aus Iquitos!

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 12. Dezember 2009

Der Plan – Streich tres…

18. Woche – noch 12 Tage

Hola, wenn ihr diesen Artikel lest, dürften wir euch in etwa 4 Tage voraus sein. Das sollte sich aber mit den kommenden beiden Berichten wieder ändern.

Warum sind wir also schon in Nauta ausgestiegen? Bereits von Lima aus hatten wir Kontakt zu einem Guide in der Selva (spanisch für Regenwald / Dschungel). Arci war bereits der Guide von Laura und Kate, zwei französischen Austauschstudenten an der UPC, die ihn uns wärmstens ans Herz gelegt haben. Eben dieser Arci hatte auch DEN Insidertip für uns. Anstatt die kompletten 3-5 Tage auf dem Boot nach Iquitos zu schmoren, sollten wir lieber nach einem Tag und zwei Nächten in Nauta aussteigen. Nauta ist wohl auch eine kleine Stadt am Amazonas, die zu Wasser etwa zwei Tage und zu Land nur zwei Stunden von Iquitos entfernt ist.

Eben deshalb sind wir schon in Nauta von Bord gegangen. Hier wird uns auch Arci empfangen, der unser Guide für die kommenden Tage sein wird. Da wir aber in der Nacht ankommen, suchen wir uns erstmal ein kleines Hotel, um dann am kommenden Morgen ein Auto nach Iquitos zu nehmen.

Und was es da wiederum alles zu erleben gibt, erfahrt ihr dann schon im kommenden Artikel in den nächsten Tagen.

Insofern, bis die Tage und schöne Grüße aus Iquitos!

Euer el Señor…

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