20. Woche – noch 2 Tage
Schließlich brechen wir mit einem anderen Guide bereits heute auf und werden statt Camping die erste Nacht in einer näher gelegenen Lodge verbringen, um dann am kommenden Morgen die Gruppe zu vereinigen…
Die Nacht in der Lodge ist dann aber auch alles andere als unbquem. Kein Strom, leckeres Essen vom Buffet, Geschichten bei Kerzenschein und ein paar Hunde, die einem helfen, sich die Zeit zu vertreiben.
Día uno
Am nächsten Morgen treffen dann aber auch wie vereinbart Acri, unser Guide, mit Fiorella, einer Peruanerin, die in Bologna/Italien studiert, und ihrem italienischen Verlobten, Marco, der mit ihr studiert. Die beiden haben etwa unser Alter und bevorzugen die gleiche Art zu reisen. Von daher verspricht das jetzt schon, sehr lustig zu werden. Alle zusammen schwingen wir uns also ins Boot, um uns auf den Weg zum Basiscamp zu machen. An der ersten Anlegestelle gibt’s dann auch gleich die erste dicke Überraschung: ein Faultier! Und was damit machen kann, schaut ihr euch am Besten bei Flickr an.
Über den Rio Negro (schwarzer Fluss) geht’s dann noch ein Stückchen weiter in den Dschungel, bis wir schließlich an einer kleinen Anlegestelle ankommen. Hier warten eine Großfamilie in drei kleinere Holzhäuser ohne Fenster und zahlreiche Schweine, Hühner, Enten, Katzen, etc. auf uns. Da es in letzter Zeit ziemlich viel geregnet hat und wahrscheinlich auch in den kommenden Tagen immer mal wieder regnen wird, verzichten wir mal lieber aufs Campen und machen es uns lieber auf Matratzen unter Moskitonetzen gemütlich.
Noch vor dem Mittagessen machen wir uns dann ab auf die erste kleine Wanderung in den Dschungel. Bewaffnet mit einer Machete zerstückelt uns Arci den Weg. Unterwegs lernen wir viel über die Pflanzenwelt bzw. deren medizinische Anwendung, lauschen verschiedenen Tieren, ernähren uns von Larven, trinken Wasser aus Ästen und schlurfen durch kleine Bachläufe. So kann es bitte nur weiter gehen.
Nach dem Mittag geht es dann auch gleich ab zur nächsten Wanderung. Das Boot bringt uns zu einer etwa 30 Minuten entfernten Anlegestelle, von der aus wir uns den Weg von Liane zu Liane vorbei an Riesenbäumen, bis hin zu einer Lagune schlagen. Bei mittlerweile Sonnenuntergang in einem kleinen Bootchen auf einem stillen See erzählt uns Arci einige Geschichten über Anacondas, Boas, Rituale usw. Der Rückweg stellt dann allerdings eine kleine Herausforderung dar: Die Sonne ist bereits untergegangen und es beginnt ein starker Regenfall. Also Ponchos an, Gummistiefel haben wir ja eh schon an und Taschenlampen auf den Weg gerichtet. Vorbei an Schlangen und Spinnen, über rutschige Baumstämme, die uns den Weg über Bachläufe ebnen führt uns Arci die etwa 1,5 Stunden durch den schwarzen Dschungel. Immer wenn man sich umdreht, nichts als eine schwarze Wand mit allerlei Geräuschen. Völlig durchnässt erreichen wir schließlich wieder das Boot und schippern durch eine sternenklare Nacht zurück zum Camp.
Día dos
Der zweite Tag verläuft dann eher ruhig. Nach einem späten Frühstück machen wir uns auf den Weg, das Mittagessen zu angeln. Mit selbstgebastelten Angeln ausgestattet versuchen wir zunächst einige kleinere Fische mit Hühnchenfetzen zu ködern. Dies gelingt auch relativ gut bis dann auch endlich die ersten Piranhas anbeißen. Ich habe doch tatsächlich den größten erwischt, aber seht euch doch bitte selbst den Fotobeweis an. Piranhas sind hier übrigens völlig ungefährlich. Starke Bewegungen im Wasser verscheuchen sie eher, als dass sie den Hunger in ihnen wecken.
Und das ist dann schließlich auch der Grund, warum wir den Nachmittag damit verbringen, uns im Fluss vor unserem Camp zu baden. Hin und wieder knabbert schon mal ein Fisch an deinem Zeh oder deinen Nippeln, aber wirklich schmerzhaft ist das nicht. Jedenfalls haben wir mit all den kleinen Kanus, schwimmenden Inseln und der ersten Seife nach all der Schwitzerei viel Spaß.
Am Abend besuchen wir dann noch ein Localvolk weiter flussaufwärts. Hier findet gerade ein Fußballturnier zwischen verschiedenen Flussdörfern statt. Wir vertreiben uns aber die Zeit mit Volleyball und schlürfen die ein oder andere Cocosnuss leer.
Día tres
Der dritte und gleichzeitig letzte Tag ist dann aber DER Tag. Relativ früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zu einem Tierreservat. Hier werden kranke Tiere oder Tiere, die ihre Eltern verloren haben wieder aufgepeppelt, um dann erneut in die Wildnis entlassen zu werden. Nach einem halbstündigen Marsch vorbei an den kleinsten Affen der Welt und mit Termiten, die dir über die Hand laufen und gleichzeitig als natürlicher Moskitoschutz dienen, kommen wir schließlich im kleinen Reservat an. Gleich stürmt auch schon der erste Affe auf Arci zu und beklettert ihn wie einen Baum im Dschungel. Insgesamt warten ca. 20 verschiede Affen, Ameisenbären, Faultiere, Papageien, Anacondas, Kaimane und Hunde auf unsere Ankunft. Was man damit so alles anstellen kann, schaut ihr euch aber am Besten auf Flickr an.
Im Anschluss geht’s dann auch gleich weiter im Boot raus auf den Amazonas. Hier müssen wir auch nur wenige Minuten warten, ehe etwa fünf bis zehn Meter entfernt die ersten Delfine auf- und wieder abtauchen. Bei den meisten der etwa 20 Delfine, die wir zu Gesicht bekommen, handelt es sich um rosafarbene. Diese kommen nur in diesem Teil des Amazonas vor und sind gleichzeitig die größten Delfine der Welt. Sie springen zwar nicht, kommen aber immer mal wieder an die Oberfläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Zum Abschluss baden wir uns dann nochmal, dieses Mal aber im echten Amazonas; wie geil ist das denn?!
Nach dem Mittagessen heißt es dann aber wieder mal Abschiednehmen von drei richtig guten Freunden, die noch einen weiteren Tag in der Selva herumspazieren werden. Vielen Dank an Arci, der diese Tour in ein unvergessliches Erlebnis verwandelt hat und an Fiore und Marco, die dem ganzen Pepp verliehen haben!

Der Rückweg nach Iquitos führt uns übrigens nochmal über eine kleine Zuchtanlage für Kaimane und Paiche.
Euer el Señor…